Sonntag, 2. Dezember 2007

887 - 2350 -2518- 25 - 0


887 Stufen
2350 m aufgegeben
2518 der Gipfel
25 Grad
0 Grad

Nein keine Telefonnummer, vielmehr das Zahlenspiel vom Wochenende... aber die Erlaeuterungen nach und nach.
Wie immer nach der Arbeit raus, ins Auto und Richtung Norden, wir hatten wieder einmal Glueck und das Wetter wurde zunehmend besser.
Gegen Mitternacht waren wir dann endlich am Mount Taranaki angekommen, der andere Vulkan, welchen wir vor 2 Wochen vom Mount Ruapehu fotografieren konnten, angelich 130 km Luftlinie!
Leider fanden wir wie geplant keinen Zeltplatz und nach nervender Suche sind wir dann in ein Backpacker eingekehrt, abgefahren ohne Ende. Der Zaun bestand aus alten Fahrraedern, eigentlich waren ueberall Fahrraeder, nachdem es schon halb eins in der Nacht war, konnten wir den Besitzer nicht mehr anrufen.

(hier ist ausnahmsweise kein Fahrrad zu sehen)

Nach einer netten Begruessung von anderen Bewohnern entschieden wir zu bleiben und einfach am naechsten Morgen alles zu klaeren. Hannes zeigte uns die Raeumlichkeiten und erklaerte uns so einiges, wir merkten schnell er kommt nicht von hier, nach Nikis frage war alles klar, Deutscher.. welcome to German-English.. it's amazing ;-)
tja man erkennt es eben sofort, wir versuchen weiterhin unser kiwi-englisch aufzubessern.
Naja wie gesagt, abgefahrenes Backpacker, in der Frueh war der Chef immer noch nicht anzutreffen, also Geld in eine Brotzeittuete und rein in den Briefkasten, noch schnell was drauf geschmiert ...(Double Room / Niki and Stephen/ Germany Thanks) So einfach geht das.
So also schnell aufsatteln, der Berg stand auf dem Program, im Visitor Centre noch schnell eine Karte gekauft und los gings...

Ja was soll man zum Aufstieg sagen, es war neblig, sau anstrengend, immer nur rauf rauf rauf, nach etwas 1, 5 h waren wir an der Lodge angekommen, Nebel oder Wolken, kein begeisterungswuerdiges Wetter.

Nun ja, schnell eine Staerkung eingeworfen und weiter...
Jetzt kommen wir zu Punkt 1 der Zahlenreihe, die Treppen, warum haben sie nicht gleich eine Rolltreppe gebaut, ich wuerde sagen knapp 900 Stufen (nachgezaehlt!) sind schon happig, aber die Hoehenmeter fliegen einem nur so zu. Die letzte Treppe schlaegt haut rein, mit 400 Stufen, schee!!!

Nach sowas schoenem kann es ja nur besser werden oder, es wurde besser, Gravel (Schotter aus leichtem Vulkangestein), ach welch eine Freude unbeschreiblich :-) Aber auch die weiteren 300 Hohenmeter muehevollen Aufstiegs haben wir gemeistert.
Dann gings ueber einen Felsruecken weiter in Richtung Gipfel, ein bissl "Kletterei' zur Abwechslung echt schoen und schon standen wir wieder im Schnee.
Die Befuerchtung wurde leider wieder zur Wahrheit, aus Schnee wurde Eis und es ging einfach nicht mehr. Mit den Schuhen konnten wir keine Stufen mehr schlagen, es war zudem zu steil und so nicht moeglich. Deprimiert mussten wir echt zum zweiten mal aufgeben, diesmal etwa auf 2350m kurz unter dem Kraterrand, zefix... 5 h Aufstieg ohne Happy End. Aber auch der Ausblick von hier oben war genial, wie aus dem Flugzeug, ueber den Wolken und einfach wow. Ich denke weil der Vulkan eben so exponiert ist, hat man so einen wunderbaren Ausblick, aber auch deswegen aendert sich das Wetter minuetlich. Es scheint die Sonne und schon steckt man komplett in der Suppe, die Temperatur wechselt von heiss zu kalt (25 zu 0).
Wir sind dann stillschweigend abgestiegen, wieder durch den s.... schotter, zu oft gestuerzt und halb ausgerastet, aber keiner hat dem anderen was gesagt wie es einen genervt hat.
Aber kaum ist man wieder unten ankommen, den Hunger gestillt und den Blick wieder auf den Vulkan gelenkt, ist man saumaessig stolz darauf, was man eigentlich geschafft hat. Aber nach 8 h schmerzt halt trotzdem jeder Knochen.
Ein anderes nettes Erlebnis - am Vulkan sah ich ein Paerchen, eig. ist mir nur das Auto aufgefallen, super ausgestatteter Campervan.

Als wir dann abends ca 40 km irgendwo auf einem Campingplatz einliefen, begruessten wir wie immer halt die Leute beim Office und als wir wieder gehen wollten, hiess es Ciao. Hey kommt ihr aus Deutschland, nein aus Switzerland, ja cool, gleich kamen wir ins Gespraech und haben ein paar Bierchen zusammen getrunken. Wirklich ein sehr netter Abend. Es war das gleiche Paerchen wie am Vulkan, Zufall? Aber halt es geht noch weiter. Am Sonntag sind wir dann wild kreuz und quer im Nationalpark rumgefahren und dann schlussendlich nach Wanganui in ein Cafe gefahren, in welchem wir schon vor 2 Wochen waren. Wanganui ist ca. 150 km vom Vulkan entfernt und wer steht da und bestellt einen Kaffee, die zwei Schweizer. Unglaublich man faehrt am anderen Ende der Welt hunderte Kilometer wirr durch die Gegend und trifft sich gleich 3 mal!

Jetzt werden sie uns in Wellington die Tage besuchen und wir versuchen im Schnelldurchgang Ihnen die Stadt zu zeigen.
Gestern liessen wir dann den Abend noch schoen bei einem Weissbier in der Brewery am Hafen ausklingen. Das Wochenende an sich war nicht so spektakulaer, aber wenn man dann in der Arbeit sitzt und darueber nachdenkt, kommen einem wieder die Bilder und wie einzigartig doch jeder kleine Moment ist. Das sollte man einfach nicht vergessen...

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